Wenn man das Hauptgebäude am Mythenquai in Zürich betritt, spürt man sofort: Hier geht es um mehr als Zahlen. Lichtdurchflutete Büros, offene Architektur und über hundert Werke zeitgenössischer Kunst. Arbeiten von Olafur Eliasson, Fischli/Weiss, Leonor Antunes oder Sol LeWitt prägen das Erscheinungsbild des Gebäudes genauso wie seine globale Ausrichtung.
Seit der Eröffnung 2017 ist der Hauptsitz mehr als ein Bürogebäude. Er steht für die Überzeugung von Swiss Re, dass Kunst und Wirtschaft sich gegenseitig bereichern können – durch Inspiration, Perspektivenwechsel und Dialog. Mit über 15 000 Mitarbeitenden weltweit zählt Swiss Re zu den führenden Rückversicherern. Das Unternehmen unterstützt Kunden beim Management von Risiken – von Naturkatastrophen über Cybergefahren bis hin zu geopolitischer Unsicherheit.
Was Swiss Re auszeichnet, ist die Schnittstelle von wissenschaftlicher Analyse, technologischer Innovation und einem tiefen Anspruch auf gesellschaftliche Wirkung. Dieselbe Haltung zeigt sich in der Förderung aufstrebender Talente.
Exzellenz im Graduate Programme
Im Zentrum der Talentstrategie steht das internationale Graduate Programme, geleitet von Sandrine Strickler. Seit 2018 prägt sie das Programm mit einer klaren Philosophie: “Es geht nicht nur darum, Positionen zu besetzen. Es geht darum, Beziehungen aufzubauen.”
Das 18-monatige Programm, das kürzlich von TheJobCrowd als Top Company for Graduates to Work For (2025/26) ausgezeichnet wurde, umfasst Rotationen in verschiedenen Teams, internationale Einsätze und gezielte Trainings in fachlichen wie in sozialen Kompetenzen. Mit leuchtenden Augen sagt Strickler:
“Wir sehen, wie unsere Graduates wachsen, Verantwortung übernehmen – und mit Freude und Sinn bleiben.”
Swiss Re sucht keine standardisierten Lebensläufe. Gesucht sind neugierige, kommunikative Persönlichkeiten – ganz gleich, ob ihr Hintergrund in Finance, Data Science, Naturwissenschaften oder Tech liegt. Entscheidend ist die Bereitschaft zu lernen, sich weiterzuentwickeln und Verantwortung zu übernehmen. In diesem Zusammenhang erklärt Strickler: “Manche Studierenden haben keine klare Vorstellung davon, wie der Übergang von der Uni in die Unternehmenswelt aussieht. Wir unterstützen sie – mit ehrlichem Feedback und einem offenen Ohr.”
Praxisorientierte Abschlussarbeiten: Selektiv, aber wertvoll
Praktika sind häufiger, doch Swiss Re fördert auch Abschlussarbeiten – wenn Thema, Zeitpunkt und Team passen. Ein Beispiel ist eine Biochemie-Studentin, die nachhaltige Batterienutzung untersuchte. Das Projekt resultierte in einer internen Arbeit mit konkreten Erkenntnissen. Für Strickler ist das das Kriterium: “Eine Abschlussarbeit sollte nicht in einer Schublade verstauben. Sie soll Wert schaffen – für Unternehmen und Studierende.”
Wichtig sei gegenseitiges Engagement: Sinnvolle Betreuung braucht Zeit, und Studierende sollten Relevanz und Neugier mitbringen. Plattformen wie Studyond können helfen, die richtigen Studierenden mit passenden Projekten zusammenzubringen – und diese Kooperationen besser zu skalieren.
Vom Mittagessen ins Strategy Team
Ein konkretes Beispiel für einen möglichen Einstieg bei Swiss Re ist die Geschichte von Dominik Schläfli. Ein ungezwungenes Lunch & Meet führte zu seiner ersten Begegnung mit Swiss Re. Er bewarb sich für das Graduate Programme – und arbeitet inzwischen in der Strategy Division des Unternehmens.
Seine Masterarbeit, die in Kooperation mit einem Unternehmen entstand, analysierte kontaktlose Kreditkartenzahlungen. Der Datensatz war exklusiv, die Erkenntnisse praxisnah. Schläfli erinnert sich positiv: “Mit einem guten Datensatz wird die Arbeit halb so schwer. Entscheidend ist, dass das Thema für beide Seiten relevant ist.”
Schläfli sieht grosses Potenzial in solchen Thesis-Kooperationen: “Ein Projekt, das sonst nie zustande käme, kann durch eine studentische Arbeit neue Erkenntnisse bringen.”
Damit das gelingt, nennt er drei wesentliche Zutaten: Struktur, echtes Interesse und eine Dreiecksbeziehung zwischen Universität, Unternehmen und Studierendem. Schläfli fasst zusammen: “Die Uni bringt die Methodik, das Unternehmen den Business Case – und zusammen entsteht echte Innovation.”
Ausblick: Swiss Re und Studyond
Swiss Re zeigt, wie Talententwicklung in der Rückversicherung gedeihen kann – durch Struktur, Offenheit und echte Beziehungen. Sandrine Strickler und Dominik Schläfli betonen: Der Übergang von der akademischen zur beruflichen Welt ist mehr als eine Formalität. Er ist ein entscheidender Wendepunkt.
Und Abschlussarbeiten? Sie sind ein unterschätztes Format für Innovation, Wissenstransfer und Talentbindung. Richtig umgesetzt vereinen sie drei Perspektiven: Studierende, Unternehmen und Universitäten. Wie Strickler zusammenfasst:
“Ich finde Studyond ist eine fantastische Plattform. Sie kann zum Anlaufpunkt werden, an dem sinnvolle Abschlussarbeiten entstehen – mit Wert für alle Beteiligten.”